Der Dichterin – dem selbsternannten ‚Prinzen Jussuf von Theben‘ – und engagierten Individualistin Else Lasker-Schüler wird mit der PopUp-Veranstaltungsreihe PRINZ*ESSIN JUSSUF VON THEBEN eine interaktive Bühne gegeben: Spontane Begegnungen von und mit Künstler*innen, Expert*innen und Akteur*innen spielen bewusst mit dem Zufall. ‚PopUp‘ bedeutet, dass die Veranstaltungen äußerst kurzfristig angekündigt werden, da sie wortwörtlich ‚aufscheinen‘ und wieder verschwinden sollen. Passant*innen werden durch Transparente spontan eingeladen unmittelbar teilzuhaben. An verschiedenen Orten in Wuppertal entstehen so Begegnungsräume, die einen Abend lang Else Lasker-Schüler und ihre Ideen – wie auch das titelgebende Wortspiel der Grenzüberwindung eines binären Geschlechterverständnisses – würdigen und im Heute verorten: mit Konzerten, szenischen Lesungen und Diskussionen.

POPUP

NÄCHSTES POPUP: 24.09.2019 // 19.00 UHR // JAYRÔME C. ROBINET LIEST IN DER MAUKE // SCHLOßBLEICHE 32 // WUPPERTAL
STAY TUNED
Schwerbrausend oder streichelnd möchte die Kunst fließen in des Beschauers Herz. Dem Künstler ist vererbt Ewigkeit; aus ihr holt er Materie, den Stoff seiner Schöpfungen, Zeit und Raum und Ewigkeitssubstanz: die Liebe!
Else Lasker-Schüler 1937 in: Das Hebräerland

MEINWÄRTS SCHREIBEN. DAS LITERATURFESTIVAL.

Im Sommer des Festjahres Meinwärts. 150 Jahre Else Lasker-Schüler lädt das Kulturbüro der Stadt Wuppertal u.a. in Kooperationen mit dem Literarischen Colloquium Berlin zu Soiréen, Künstler*innendialogen, Lesungen und Diskussionen ein, um Motive und Ideen Else Lasker-Schülers in ihrer Aktualität zu betrachten.
VERANSTALTUNGEN

DIE AUTOR*INNEN

Mathias Traxler

Mathias Traxler wurde 1973 in Basel, in der Schweiz, geboren. Er lebt als Schriftsteller und Über-setzer in Berlin.

2011 erschien sein Band You’re welcome, 2016 dann Unterhaltungsessays. Hinzu kommen regelmä-ßige Veröffentlichungen in Zeitschriften, zuletzt in IDIOME. Hefte für Neue Prosa und randnum-mer, sowie in Anthologien, unter anderem in Moderne Poesie in der Schweiz (2013).

Mathias Traxler ist Träger des Preises der Stadt Münster für Internationale Poesie, als Übersetzer von Charles Bernstein (zusammen mit Tobias Amslinger, Norbert Lange, Léonce W. Lupette, VERSATORIUM). Von besonderer Bedeutung in seiner Arbeit sind seine Lesungen, welche textge-nerierende-interpretative Elemente einbeziehen.

/////// Bild © Robert Golinski

Adi Keissar

Adi Keissar – israelische Dichterin jeminitischer Herkunft – hat die bekannte Reihe Ars Poetica ge-gründet. Ein Projekt, in dem ein besonderes Augenmerk auf die Mizrahi Dichtung gelegt und zu-sammen mit Musik und Tanz aus dem Mittleren Osten vorgestellt und zugänglich gemacht wird.

Sie erhielt für ihr erstes Buch Black on Black (2014) den Bernstein Literary Award und den Mi-nistery of Culture Award for Young Poets. Außerdem hat sie zwei Ars Poetica Anthologien heraus-gebracht und war Herausgeberin der Lyrikreihe Basta in der Zeitschrift Ha’okets. Ihr Gedichtband Loud Music wurde 2016 veröffentlicht.

Adi Keissars Dichtungen wurden in acht Sprachen übersetzt und in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht. Im Herbst 2015 wurde sie von Ha’aretz die ‚einfluss-reichste Frau der zeitgenössischen Dichtung‘ genannt.

/////// Bild © Genady Shkolnik

Ann Cotten

Ann Cotten wurde 1982 in Iowa, in den Vereinigten Staaten von Amerika, geboren und wuchs in Wien auf, wo sie später Germanistik studierte.

Bislang erschienen von ihr Fremdwörterbuchsonette (2007), Nach der Welt (2008), Florida-Räume (2011), Rein – ja oder nein? (2013), Hauptwerk. Softsoftporn (2013), und Der schaudernde Fächer (2013) und Verbannt! (2016). Zuletzt erschien Lyophilia (2019).

Ihre literarische Arbeit wird nicht nur in der Literaturszene, sondern auch in den Bereichen der Bil-denden Kunst und der Theorie geschätzt und wurde zuletzt mit dem Klopstock-Preis und dem Hugo-Ball-Preis ausgezeichnet. Sie lebt derzeit in Wien und Berlin.

/////// Bild © privat

Marion Brasch

Marion Brasch wurde 1961 in Ost-Berlin geboren. Nach dem Abitur arbeitete die gelernte Schriftsetzerin in einer Druckerei, bei verschiedenen Verlagen und beim Komponistenverband der DDR, später als Musikredakteurin, Moderatorin und Autorin fürs Radio.
Ihrer Stimme, die Radio Eins seit nunmehr zwei Jahrzehnten mit prägt und gestaltet, gesellten sich Erzählstimmen hinzu:

Ihr Familienroman Ab jetzt ist Ruhe (2012) beschreibt die Geschichte ihrer Familie, eigens ihrer Brüder Klaus, Peter und Thomas Brasch. Die Romane Wunderlich fährt nach Norden (2014) und Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot (2016) folgten. Zuletzt erschien Lieber woanders (2019).

Annekatrin Hendel widmete 2018 der Familie Brasch den gleichnamigen Dokumentarfilm als Fa-milienportrait in vielfacher Hinsicht. Der Film wird am 10.09.2019 im Wuppertaler Rex-Filmtheater gezeigt.

/////// Bild © Holmsohn

Olga Grjasnowa

Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, in Aserbaidschan, geboren und wuchs im Kaukasus auf. Als 11-Jährige kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland. Längere Auslandsaufenthalte führten sie nach Polen, Russland und Israel. Die Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig erhielt 2011 das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung.

Für ihren vielbeachteten Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt (2012) wurde sie mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis und Anna Seghers-Preis ausgezeichnet. Im Anschluss plante sie ein Zweitstudium in Military Studies, wurde jedoch abgelehnt und schrieb sich für Tanzwissenschaften in Berlin ein. Statt zu studieren, schrieb sie ihren zweiten Roman Die juristische Unschärfe einer Ehen (2014). Beide Romane wurden für die Bühne dramatisiert. 2017 erschien ihr Roman Gott ist nicht schüchtern. Sie lebt derzeit mit ihrer Familie in Berlin.

/////// Bild © Rene Fietzek

Marit Persiel

Marit Persiel, geboren 1989, heißt wirklich so und ist freie, schreibende und darstellende Künstle-rin. Sie lebt in Lüneburg und auf Reisen durch ganz Europa.

Ihr Faible für vergangene Zeiten, tragische Liebe, verstaubte Erinnerungen und Nostalgie verpackt sie in Geschichten, Gedichte und Theaterstücke. 2016 hat sie ihr erstes Werk in #DieKapsel, ein fu-turistisch-dystopisches Performancestück, Hamburg inszeniert. 2017 gründete sie das PartitanZ- Performancekollektiv, für und mit dem sie Performances für Festivals konzipierte. Mit dem Ein-Frau-Theaterstück Minor Swing schrieb und inszenierte sie 2018 ein tragisches Kammerstück und spielte dieses auf Bühnen in ganz Deutschland.

In ihrem aktuellen Werk Else & Ich (2019), einer philosophisch-lyrischen Lesung, entblättert sie El-se Lasker-Schülers und ihr eigenes Seelenleben.

/////// Bild © Ilkay Karakurt

Jayrôme C. Robinet

Jayrôme C. Robinet, geboren 1977 in Nordfrankreich, ist Spoken-Word-Künstler, Autor und Übersetzer.

In seinem autobiographischen Text Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrations-hintergrund hinterfragt er Geschlechterzuordnungen und -Definitionen, die sich aus ihm persönlicher Perspektive auftun: Jayrôme hat früher als weiße Französin gelebt. Dann zieht er nach Berlin, beginnt Testosteron zu nehmen und erlebt eine zweite Pubertät. Ihm wächst ein dunkler Bart – und plötzlich wird er auf der Straße auf Arabisch angesprochen. Ob im Café, in der Umkleide oder bei der Passkontrolle. Er merkt, dass sich nicht nur seine Identität, sondern vor allem das Verhalten seiner Umwelt ihm gegenüber radikal geändert hat.

Er kann vergleichen: Wie werde ich als Mann, wie als Frau behandelt? Und was bedeutet es, wenn sich nicht nur das Geschlecht ändert, sondern augenscheinlich auch Herkunft und Alter?

Jayrôme C. Robinet wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet.

/////// Bild © Ali Ghandtschi

Weitere POP UP GÄSTE

/////// TO BE ANNOUNCED.